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On Top
ITK-Branche: Es geht wieder bergauf
Die Stimmung im Hightechsektor hellt sich nach Angaben des Branchenverbands Bitkom deutlich auf. Der für das erste Quartal 2010 ermittelte Bitkom-Branchenindex machte gegenüber dem Vorquartal einen Sprung um 41 Punkte auf plus 35 Zähler. Damit liegt das Branchenbarometer wieder auf dem Niveau vom Sommer 2008.
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ITK-Branche: Es geht wieder bergauf
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Bitkom-Prognose: Der IT-Gesamtmarkt soll wieder zulegen
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Sechs von zehn IT- und Telekommunikationsunternehmen in Deutschland erwarten im ersten Quartal 2010 ein Umsatzplus. Insbesondere in der Informationstechnologie ziehe die Nachfrage spürbar an, kommentierte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer das Ergebnis der Branchenumfrage, die der Verband vierteljährlich erhebt. „Der Investitionsstau bei IT-Lösungen für Unternehmen löst sich allmählich auf“, so Scheer. Im ITK-Gesamtmarkt erwartet der Verband für 2010 Umsätze auf Vorjahresniveau, für 2011 hingegen eine Steigerung um 1,6 Prozent auf 142 Milliarden Euro.
Allein bezogen auf den Sektor Informationstechnik in Deutschland prognostiziert die Umfrage sogar für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum um 1,4 Prozent auf 64,4 Milliarden Euro. „Entscheidend ist, dass die Investitionen der Unternehmen in neue IT-Systeme wieder anziehen“, sagte Scheer. Während das produzierende Gewerbe noch unter den Nachwirkungen der Wirtschaftskrise leide, kehre die Finanzwirtschaft als Investor zurück. Steigende IT-Ausgaben sind demzufolge auch von Energieversorgern und der öffentlichen Hand zu erwarten. Am stärksten von der Erholung profitieren werden nach Scheers Worten Anbieter von Software und IT-Services. Der Umsatz mit Software steigt der Branchenumfrage zufolge 2010 voraussichtlich um 0,9 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. IT-Dienstleistungen legen um 2,2 Prozent auf 33 Milliarden Euro zu. Für das kommende Jahr erwartet der Bitkom dann wieder Wachstumsraten von 4,1 Prozent für Software und 5 Prozent für IT-Dienste, während der IT-Gesamtmarkt um 3,8 Prozent zulegen soll.
Die wichtigsten Trends des Jahres sieht der Verband bei den Themen Cloud Computing, mobiles Internet und IT-Sicherheit. Cloud Computing sei auch eine Herausforderung für die Softwareanbieter, da sich die Bereitstellung von IT-Leistungen grundlegend ändert. Verbandpräsident Scheer ist davon überzeugt, dass sich das Prinzip, Softwareanwendungen und Rechnerleistung je nach Bedarf zu nutzen, auf breiter Front durchsetzen werde.
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Aus dem Blog
Nobelpreis fürs Web?
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Das Web fördert Dialog, Debatten und Konsens
Quelle: iStock
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Das Internet wurde einem Bericht von BBC News zufolge für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert. Vor allem die italienische Ausgabe des „Wired Magazine“ hatte sich für die Nominierung eingesetzt – mit der Begründung, das Web fördere „Dialog, Debatten und Konsens“. Um am Ende als Preisträger aus der geheimen Wahl des fünfköpfigen Nobelkomitees hervorzugehen, müsste sich „das Web“ allerdings gegen eine Rekordzahl von Mitbewerbern durchsetzen. Nominiert wurden in diesem Jahr 237 Personen und Organisationen, noch einmal deutlich mehr als die bisherige Höchstmarke von 205 Nominierungen aus dem Vorjahr.
Prominente Fürsprecher Bereits im November vergangenen Jahres hatte das italienische „Wired Magazine“ mit der Website „Internet for Peace“ eine Onlinekampagne zur Nominierung des Internets gestartet. Chefredakteur Riccardo Luna erklärte damals, man könne das Internet als die erste Waffe betrachten („first weapon of mass construction“), mit der die Massen durch gemeinsames Handeln gegen Hass und Konflikte in Stellung gebracht und gleichzeitig Frieden und Demokratie gefördert werden können. „Was im Iran nach den jüngsten Wahlen passiert ist und die Rolle, die das Web dabei gespielt hat, Informationen zu verbreiten, die andernfalls zensiert worden wären, sind nur die jüngsten Beispiele dafür, wie das Internet eine Waffe für globale Hoffnung werden kann“, so Luna. Die „Internet for Peace“-Petition wurde in der Folge von zahlreichen prominenten Fürsprechern unterstützt. Neben Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin 2003, Designer Giorgio Armani und dem amerikanischen Informatiker und Gründer des Projekts „One Laptop per Child“ Nicholas Negroponte setzten sich auch Unternehmen wie Sony Ericsson, Tiscali, Microsoft, Telecom Italia, Vodafone und Citroën für die Nominierung ein.
Wer nähme den Preis entgegen? Eine offizielle Liste mit den Nominierten gibt das Nobelkomitee nicht heraus, allerdings geben einige Kandidaten immer wieder selbst bekannt, dass die Wahl auf sie gefallen ist. So sollen in diesem Jahr beispielsweise die russische Menschenrechtsaktivistin Svetlana Gannuschkina und der chinesische Aktivist Liu Xiaobo nominiert worden sein. Im vergangenen Jahr war US-Präsident Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Wer allerdings in diesem Jahr den Preis entgegennehmen würde, wenn tatsächlich das Internet gewinnen sollte, darüber dürfte es noch einiges Kopfzerbrechen geben. Mehr dazu auf dem Cirquent Blog.
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Trends
Wie privat ist privat?
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Bewusstsein für Datenschutz in Deutschland vorhanden
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Wenn ein Fremder uns auf der Straße anspräche und uns nach unserem Namen, unserer E-Mail-Adresse und unserer Sozialversicherungsnummer fragte, würden wir sie ihm geben? Wohl eher nicht.
In einem jüngst in der Onlineausgabe der „New York Times“ erschienenen Artikel demonstriert Autor Steve Lohr anhand dieses Beispiels, wie selbstverständlich sich die meisten Menschen im Alltagsleben an bestimmte Regeln zur Wahrung ihrer Privatsphäre halten. Doch wie sieht es damit im Internet aus? Dazu hat Lohr sich bei Wissenschaftlern und Computerexperten umgehört. Das Ergebnis lässt sich mit einem Satz von Maneesha Mithal, Associate Director Privacy and Identity Protection bei der US-amerikanischen Federal Trade Commission, zusammenfassen: „Die Technologie hat die herkömmliche Definition davon, was persönliche Informationen sind, obsolet werden lassen“, sagt Mithal. „Man kann auch ohne sie herausfinden, wer jemand ist.“
Wissenschaftlich de-anonymisiert Neuere Studien belegen seine These. So analysierten beispielsweise Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) im vergangenen Jahr 4.000 Facebook-Profile von Studenten, einschließlich der Verlinkungen zu Freunden, die sich offen zu ihrer Homosexualität äußerten. Anhand dieser Daten gelang es den Forschern mit einer Genauigkeit von 78 Prozent vorherzusagen, welche der untersuchten Profilinhaber selbst homosexuell sind. In anderen Untersuchungen wiederum konnten Forscher der Universitäten von Texas und Stanford zeigen, dass selbst Daten, die bewusst anonymisiert werden, unter Umständen de-anonymisiert werden können. So gelang es den Wissenschaftlern beispielsweise aus einem Datensatz von 500.000 Kunden des Filmverleihunternehmens Netflix, aus dem Namen und andere persönliche Informationen zuvor entfernt worden waren, mittels statistischer Analyse in vielen Fällen die Identität einzelner Nutzer zu ermitteln. In einer weiteren Studie glichen sie die Beziehungen zwischen verschiedenen Onlineprofilen ab und konnten auf diese Weise mehr als 30 Prozent der untersuchten Twitter- und Flickr-Konten bestimmten Nutzern zuordnen. Auch hier waren Namen, E-Mail-Adressen und ähnliche Informationen aus den untersuchten Daten entfernt worden.
Die Gründe dafür, warum sich aus scheinbar harmlosen Informationen persönliche Daten ableiten lassen, liegen den Forschern zufolge in dem komplexen Beziehungsgeflecht, das der Internetökonomie heute zugrunde liegt. Wer online bewusst keine persönlichen Daten über sich preisgibt, kann nicht sicher sein, ob das nicht Freunde oder Kollegen – meist ohne böse Absicht – für ihn tun. Wer wo zur Schule gegangen ist, wo wohnt, wo arbeitet, all das und mehr lässt sich möglicherweise aus kleinsten Datenschnipseln herausfiltern und zu einer sozialen Signatur zusammensetzen. „In der Onlinewelt von heute kann man Leute wirklich anhand ihrer Freunde beurteilen“, fasst MIT-Informatik-Professor Harold Abelson die Regeln zusammen, die für das Web des Jahres 2010 gelten.
Bewusstsein in Deutschland vorhanden Immerhin: In Deutschland scheint sich eine Mehrheit der Webnutzer über diese Veränderungen im Klaren zu sein. In einer repräsentativen Erhebung des Bitkom unter tausend Deutschen ab 14 Jahren gaben 55 Prozent der Befragten an, dass sie die Hauptverantwortung für den Datenschutz bei sich selbst sehen. Allerdings fehlen jedem Zweiten (47 Prozent) auch Informationen darüber, was man für den Schutz der eigenen Daten im Internet tun kann. Ein erster Schritt in die richtige Richtung könnte für die meisten Internetnutzer deshalb schon sein, sich einfach an den Ratschlag von Jon Kleinberg zu halten. Der Computerwissenschaftler der US-amerikanischen Cornell Universität ist skeptisch, ob gesetzliche Vorgaben viel ausrichten können. Seine Empfehlung: „Wenn Sie online Dinge tun, sollten Sie sich so verhalten, als ob Sie sich in der Öffentlichkeit bewegen – einfach weil das zunehmend so ist.“
Weitere Informationen zum Thema Datenschutz im Internet: Verbraucher sicher online: www.verbraucher-sicher-online.de BSI für Bürger: www.bsi-fuer-buerger.de Bitkom-Infoblatt Datenschutz im Internet: www.bitkom.org
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Link-Tipps
Wege durchs Netz
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Informationen liegen im Deep Web verborgen
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Teil 3: Personensuchmaschinen Wer im Netz Näheres über eine Person herausfinden will, kann das über klassische Allround-Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo versuchen – und wird in dem meisten Fällen nur einen kleinen Teil der wirklich im Internet verfügbaren Daten aufstöbern. Unter anderem liegt das daran, dass viele personenbezogenen Informationen im sogenannten Deep Web verborgen liegen, jenem Teil des Internets also, der von normalen Suchmaschinen aus technischen, rechtlichen oder geschäftsstrategischen Gründen nicht indiziert wird. Zum Deep Web gehören beispielsweise Fachdatenbankenanbieter wie LexisNexis und Genios, aber auch viele soziale Netzwerke wie MySpace, Flickr oder Stayfriends.
Aber das Web wäre nicht das Web, wenn es nicht auch für diesen Anwendungsfall eigene Dienste gäbe. In Deutschland zählen 123people und Yasni, auf dem US-amerikanischen Markt Pipl und Intelius (früher: Spock) zu den bekanntesten Personensuchmaschinen. Deren Spezialität: Sie versuchen durch den Abgleich von Daten aus einer Vielzahl von Quellen – zum Teil auch aus dem Deep Web – ein möglichst umfassendes Personenprofil zu ermitteln und nach aussagekräftigen Kriterien sortiert aufzubereiten. Sowohl 123people wie auch Yasni bieten nach Eingabe eines Namens die Möglichkeit, das Suchergebnis durch „hinzuklickbare“ Stichworte (Orte, Berufe, Themengebiete etc.) schnell einzugrenzen. Yasni ermöglicht zudem eine Art Rückwärtssuche, die auch bei Eingabe von Begriffen wie „Hundetrainer München“ fündig wird, bei 123people hingegen kann man sich seit Kurzem über den Punkt „Statistiken“ darüber informieren, wie oft und woher nach einem bestimmten Namen gesucht wurde. Die beiden Anbieter Pipl und Spock bieten ähnliche Funktionen, spielen ihre Stärken allerdings naturgemäß vor allem bei der Suche nach Personen aus den USA aus.
Keine der hier erwähnten Suchmaschinen deckt alle Quellen gleich gut ab. Ein Vergleich lohnt sich also fast immer. Für alle hingegen gilt: Wer sich kostenlos anmeldet, erhält in der Regel mehr Informationen und/oder Suchkomfort als ein unregistrierter Besucher. Wirklich alle über den jeweiligen Anbieter im Web ermittelbaren Daten plus umfassenden Komfort hingegen gibt es nur über einen kostenpflichtigen Zugang.
Keine Frage: Wer sich mit den Möglichkeiten beschäftigt, die das Internet heute bei der Suche nach personenbezogenen Daten bietet, dem kann schon ein wenig mulmig werden (siehe auch „Wie privat ist privat?“). Allein schon deshalb lohnt es sich allerdings, ab und zu eine der hier genannten Suchmaschinen anzuwerfen – um zu überprüfen, was sich im Netz zur eigenen Person findet. Das gilt auch und vor allem für Menschen, die nicht zur Kategorie fleißiger Social-Media-Nutzer oder Blogger gehören und sich deshalb vor peinlichen oder auf andere Weise unliebsamen Enthüllungen im Netz sicher fühlen. Denn falsche Behauptungen oder private Fotos finden immer wieder auch durch Dritte ins Netz (siehe Interview „Ein guter Ruf im Internet braucht aktive Pflege“ im Cirquent Blog). Besser, wenn man das dann wenigstens mitbekommt, um gegebenenfalls dagegen vorgehen zu können.
123people: www.123people.de Yasni: www.yasni.de Pipl: www.pipl.com Intelius (Spock): www.search.intelius.com
Lesen Sie im nächsten Cirquent Newsletter den vierten Teil unserer Serie „Wege durchs Netz“. Das Thema dann: Bilder und Videos finden.
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